
Acht Makrotasten, mehrere Regler und vier Medientasten versprechen umfassende Kontrolle. Im Alltag entstand daraus jedoch der größte Abstand zwischen Ausstattung und praktischem Nutzen: Einige Bedienelemente blieben selten genutzt, während die sensiblen Tasten am linken Rand mehrfach unbeabsichtigt auslösten.
Überzeugt hat mich dagegen das Kerngeschäft der Razer BlackWidow V4 Pro. Klickende Green Switches, zuverlässige Eingaben und eine helle RGB-Beleuchtung machten beim Schreiben und Spielen Freude. Das Testgerät habe ich regulär gekauft.
| Testzeitraum | 21.05.2026 bis 15.08.2026, insgesamt zwölf Wochen |
| Testgerät | selbst gekauftes deutsches Serienmodell |
| Getestet von | Linus von 1aus3.net |
| Nutzung | Schreibarbeiten, Call of Duty und gemischter Alltagseinsatz |
| Vergleich | acht weitere mechanische Gaming-Tastaturen |
| Softwarestand | Razer Synapse 4, genaue Buildnummer nicht dokumentiert |
So wurde die BlackWidow V4 Pro zwölf Wochen lang genutzt
Über zwölf Wochen nutzte ich die mechanische Full-Size-Tastatur beim Schreiben und Spielen. In meinem Modell waren die klickenden und taktilen Razer Green Switches verbaut. Alternativ ist die BlackWidow V4 Pro mit linearen und leiseren Yellow Switches erhältlich.

Makros und Profile richtete ich unkompliziert über die Software ein. Fünf integrierte Profile speichern unterschiedliche Belegungen direkt für wechselnde Anwendungen. Mangels MMO-Nutzung brauchte ich diese Möglichkeiten allerdings nur selten. Der Speicher unterstützt nicht jede Zusatzfunktion ohne Synapse; die direkte Makroaufnahme setzt laufende Software voraus.1
Klickende Green Switches überzeugen beim Schreiben und Spielen
Jeder Anschlag der Green Switches liefert eine deutlich spürbare Rückmeldung und ein hörbares Klicken. Dieses direkte Gefühl gefiel mir beim längeren Schreiben ebenso wie beim Spielen, weil Eingaben klar nachvollziehbar blieben.
Während der zwölfwöchigen Nutzung traten weder Aussetzer noch doppelte Anschläge oder spürbare Verzögerungen auf. Abseits versehentlich ausgelöster Makrotasten arbeitete die BlackWidow V4 Pro zuverlässig.
Bis zu 8000 Hz Abfragerate ermöglichen eine besonders häufige Übertragung der Eingaben an den PC. N-Key Rollover erfasst gleichzeitig gedrückte Tasten vollständig, was vor allem bei komplexen Tastenkombinationen im Spiel relevant ist. Sämtliche Tasten sind programmierbar, sodass Spieler eigene Befehle und Makros zuweisen können.1
Das deutliche Klickgeräusch störte im Alltag nicht
Leise sind die getesteten Green Switches nicht. Ihr deutliches Klicken gehört zum taktilen Charakter und bereitete mir persönlich auch bei längerer Nutzung Freude.
Kollegen beschwerten sich während des Praxistests nicht über das Geräusch. Für Nutzer, die ein akustisch präsentes Tippgefühl mögen, passt diese Variante daher gut. Wer grundsätzlich leisere Schalter bevorzugt, findet mit den linearen Yellow Switches eine entsprechend ausgelegte Alternative.
Viele Zusatztasten bieten mehr Möglichkeiten als praktischen Nutzen
Fünf Makrotasten neben dem Haupttastenfeld und drei weitere Tasten an der Gehäuseseite lassen sich mit eigenen Befehlen belegen. Das erleichtert wiederkehrende Abläufe und umfangreiche MMO-Kommandos, vergrößert aber auch die Bedienfläche am linken Rand.
Gerade die drei seitlichen Tasten reagierten für meinen Umgang zu sensibel. Beim Nachrücken der Tastatur kam ich regelmäßig dagegen. Zusätzlich betätigte ich die unterste linke Makrotaste neben der Strg-Taste versehentlich, was bei einer wichtigen Makrobelegung störende Aktionen auslösen kann.

Ein konfigurierbarer Command Dial bündelt zugewiesene Funktionen an einem Drehregler und kann dadurch häufig benötigte Befehle schneller erreichbar machen. Daneben stehen ein Multifunktionsregler und vier dedizierte Medientasten für direkte Steuerbefehle bereit.
Den großen Multifunktionsregler auf der rechten Seite nutzte ich gerne, weil er schnell erreichbar war. Für die vier danebenliegenden Medientasten fand ich über den gesamten Zeitraum dagegen kaum sinnvolle Aufgaben. Spieler mit umfangreichen Steuerungsprofilen erhalten viele Optionen, während eine klassische Nutzung einen beträchtlichen Teil der Ausstattung ungenutzt lässt.
Die Beleuchtung verbessert die Ablesbarkeit entscheidend
Bei aktiver Beleuchtung waren sämtliche Zeichen sehr gut zu erkennen. Jede Taste lässt sich einzeln per RGB ansteuern, wodurch unterschiedliche Farben Funktionen oder Tastenbereiche markieren können. Das hilft besonders bei dunkler Umgebung und individuell belegten Spielprofilen.
Zusätzliche Leuchtzonen am Gehäuse und an der Handballenauflage erweitern die Beleuchtung über das Tastenfeld hinaus. Dadurch wirkt das Lichtbild geschlossen und die große Tastatur hebt sich auf dem Schreibtisch deutlich ab.
Ausgeschaltet kehrt sich der positive Eindruck um. Ohne Beleuchtung waren die Zeichen auf den Tastenkappen kaum erkennbar. Wer Beschriftungen regelmäßig ablesen muss, sollte die RGB-Beleuchtung deshalb eingeschaltet lassen.
Handballenauflage und Verarbeitung tragen den langen Einsatz
Besonders angenehm fand ich die gepolsterte Handballenauflage. Ihre rutschfeste Unterseite sorgte für stabilen Halt, während die Polsterung die Hände beim Schreiben und Spielen bequem abstützte.
Magnete verbinden die mit Kunstleder bezogene Auflage ohne zusätzliche Halterung mit der Tastatur. Sie lässt sich dadurch schnell ansetzen oder entfernen. Eine Unterbodenbeleuchtung bindet sie optisch in die übrigen RGB-Zonen ein, was für Nutzer eines durchgehend beleuchteten Setups interessant ist.

Auch die Tastatur selbst hinterließ einen hochwertigen und stabilen Eindruck. Dazu passen die obere Abdeckung aus einer 5052-Aluminiumlegierung und die Doubleshot-ABS-Tastenkappen.
Mit ungefähr 466 × 152,5 × 43,9 Millimetern und rund 1639 Gramm ist die BlackWidow V4 Pro eine große, schwere Full-Size-Tastatur. Das Gewicht unterstützt den festen Stand, verlangt zusammen mit der Handballenauflage aber entsprechend viel Platz auf dem Schreibtisch. Diese Maße und das Gewicht sind externe Nennwerte; beim Gewicht ist der Zubehörumfang nicht eindeutig angegeben.1, 3
Beim Anschluss bleibt der USB-A-Passthrough die Einschränkung
Ein abnehmbares USB-C-Kabel übernimmt die Verbindung zum PC. Das erleichtert den Transport und ermöglicht einen Kabeltausch, ohne dass eine fest verbaute Leitung betroffen ist.
USB-2.0-Passthrough schleift einen zusätzlichen Anschluss durch die Tastatur und bringt kabelgebundenes Zubehör näher an den Nutzer. Praktisch eingeschränkt wird diese Funktion durch die ausschließliche USB-A-Buchse. USB-C-Zubehör lässt sich dort nicht direkt anschließen. Für den Tastaturbetrieb genügt ein Kabel. Der Passthrough benötigt ein zweites Kabel zum Computer.3
Stärken und Schwächen nach zwölf Wochen
| Bereich | Praxiseindruck |
|---|---|
| Eingabe | Green Switches boten ein klares Tippgefühl, während Aussetzer, doppelte Anschläge und spürbare Verzögerungen ausblieben. |
| Komfort | Gepolsterte, rutschfeste Handballenauflage und stabile Verarbeitung unterstützten längere Schreib- und Spieleinsätze. |
| Beleuchtung | Aktive RGB-Beleuchtung machte alle Zeichen deutlich sichtbar, ohne Licht waren die Beschriftungen kaum lesbar. |
| Zusatzbedienung | Der große Regler war praktisch, die vier Medientasten blieben selten genutzt und linke Makrotasten lösten teils unbeabsichtigt aus. |
| Anschluss | Das abnehmbare USB-C-Kabel erleichtert die Handhabung, der Passthrough ist jedoch auf USB-A begrenzt. |
Reviews & Tests von anderen Testportalen
Externe Prüfungen ergänzen unseren eigenen Einsatz um den technischen Vergleich. Unterschiede bei Schaltervariante, Firmware und Messaufbau können zu abweichenden Ergebnissen führen. Unser Urteil zu Klickgefühl, Beleuchtung und Fehlgriffen folgt den oben beschriebenen zwölf Wochen eigener Praxis.3, 4
Fazit: Für Vielschreiber und Spieler mit Freude an klickenden Tasten
Die Razer BlackWidow V4 Pro eignet sich für Vielschreiber und Spieler, die ein deutliches Klickgefühl, zuverlässige Eingaben und eine auffällige Beleuchtung schätzen. Green Switches und komfortable Handballenauflage bilden dabei den entscheidenden Kaufgrund.
Grenzen setzt die überladene Zusatzbedienung. Sensible Makrotasten können versehentlich auslösen, während mehrere rechte Bedienelemente bei klassischer Nutzung wenig Mehrwert bieten. Ohne aktive Beleuchtung sind außerdem die Zeichen schwer zu erkennen.
Meine Bewertung: Als hochwertige mechanische Tastatur überzeugt die BlackWidow V4 Pro stärker als durch die Menge ihrer Zusatzfunktionen.
Modellhistorie der Razer-BlackWidow-Reihe
| Modellname | Baujahr/Release | Modelltyp |
|---|---|---|
| Razer BlackWidow | 2010 | Vorgänger |
| Razer BlackWidow Chroma | 2014 | Vorgänger |
| Razer BlackWidow V2 | 2017 | Vorgänger |
| Razer BlackWidow Elite | 2018 | Vorgänger |
| Razer BlackWidow V3 | 2020 | Vorgänger |
| Razer BlackWidow V4 Pro | 2023 | Aktuell |
Häufige Fragen
Das gekaufte Modell nutzte klickende und taktile Razer Green Switches. Die BlackWidow V4 Pro wird außerdem mit linearen, leiser ausgelegten Yellow Switches angeboten.
Ja, fünf integrierte Profile speichern unterstützte Einstellungen. Reservierte Tasten und softwareabhängige Funktionen bleiben ausgenommen. Insbesondere die direkte Makroaufnahme benötigt laufendes Synapse; der Speicher ersetzt die Software nicht vollständig.
Bei aktiver Beleuchtung sind die Zeichen sehr gut sichtbar. Ohne Beleuchtung waren die Beschriftungen im Praxiseinsatz dagegen kaum erkennbar.
Der USB-2.0-Passthrough bietet eine USB-A-Buchse. Für die Tastatur genügt ein USB-Kabel. Erst der Passthrough benötigt das zweite Kabel zum Computer; beide Kabel sind an der Tastatur abnehmbar.
So entsteht unsere Einordnung
Grundlage ist unser eigener zwölfwöchiger Praxistest des gekauften deutschen Modells mit Green Switches. Schreiben, Spielen, Fehlgriffe, Beleuchtung und Komfort wurden im Alltag beurteilt. Unsere Erfahrungen und Fotos stehen im Mittelpunkt. Technische Nennwerte stammen aus den ergänzend genannten Herstellerunterlagen und Quellen. Die 1.639 g sind eine Herstellerangabe mit nicht eindeutig bezeichnetem Zubehörumfang, keine eigene Wägung. Eine normierte Latenz- oder Schallmessung haben wir für diesen Beitrag nicht dokumentiert.
- Razer: Modell RZ03-0468x, Ausstattung, Profile und Makroaufnahme
- Razer: Green-Schalter, Kraft und Tastenwege
- Tom’s Hardware: Vollformat-Modell, Materialmix und getrennte USB-Verbindungen
- RTINGS: kabelgebundenes Vollformat und fehlendes Hot-Swap
- Razer: Voraussetzungen für Synapse auf dem Mac
- Razer: unterstützte Geräte für Synapse auf dem Mac
Razer BlackWidow V4 Pro gegen ASUS ROG Azoth Extreme im Direktvergleich
ASUS ROG Azoth Extreme hat seinen größten Vorsprung bei Funktionen (8,5 gegen 7,3).
Alle Daten: ASUS ROG Azoth Extreme

























































































































































































