
Beim Wechsel von längeren Schreibarbeiten zu einer Runde Call of Duty zeigt die Corsair Galleon 100 SD ihren besonderen Charakter. Texteingabe, Kurzbefehle, Numpad und Statusanzeige liegen direkt vor mir, ohne dass ein separates Stream Deck Platz beansprucht. Das regulär gekaufte Exemplar verbindet eine mechanische Gaming-Tastatur mit einem auffälligen Bedienfeld, verlangt dafür aber zusätzliche Anschlüsse und eine zweigeteilte Konfiguration.






So wurde die Corsair Galleon 100 SD im Alltag genutzt
Über zwölf Wochen nutzte ich die Galleon 100 SD vorwiegend zum Schreiben und für Shooter, insbesondere Call of Duty. Dabei wechselte ich fortlaufend zwischen acht weiteren Tastaturen und konnte Eingabeverhalten, Format und Bedienung direkt einordnen. Unter den Vergleichsmodellen kamen die anderen Corsair-Tastaturen dem Grundgefühl am nächsten, während sich die einzelnen Konzepte insgesamt deutlich unterschieden.

Auf der Tastatur lief Firmware v.2.1.80, im zugehörigen Stream-Deck-Bereich kam die Softwareversion 7.5.1 (22901) zum Einsatz. Diese Versionen bilden die Grundlage für sämtliche Erfahrungen mit Konfiguration, Updates und Bedienfeld.
Format, Gewicht und Verarbeitung prägen den Arbeitsplatz
Mit 448 × 159 × 42 Millimetern benötigt die Galleon 100 SD ähnlich viel Breite wie eine große Desktop-Tastatur. Sein Format passt für mich sehr gut, weil das integrierte Bedienfeld den klassischen Ziffernblock ersetzt und zugleich wesentlich mehr Funktionen übernimmt. Wer zwischen Zahleneingabe, Mediensteuerung und Gaming wechselt, erhält dadurch einen durchdachten Mittelweg zwischen Vollformat und zusätzlichem Makro-Gerät.
Ohne Handballenauflage wiegt die Tastatur 1.392 Gramm. Dieses Gewicht vermittelt zusammen mit der Aluminiumoberplatte einen hochwertigen und stabilen Gesamteindruck. Eine Gasket-Lagerung entkoppelt die Tastenebene vom Gehäuse, während sechs interne Dämpfungslagen störende Gehäuseresonanzen reduzieren. Davon profitieren Vielschreiber und Spieler, die eine solide Tastatur mit kontrolliertem Anschlag bevorzugen.
Guter Halt mit einer Schwäche bei den Standfüßen
Auf Holz, Glas und einem normalen Mauspad hielt die Galleon 100 SD sowohl mit eingeklappten als auch mit ausgefahrenen Standfüßen gut seine Position. Das hohe Eigengewicht unterstützt den sicheren Stand, wenn beim Spielen schnelle oder kräftige Eingaben erfolgen.
Auf meiner großen XXL-Mauspad-Unterlage klappten die hinteren Standfüße jedoch leicht ein, sobald ich die Tastatur nach oben verschob. Dieses Verhalten störte besonders beim häufigen Neupositionieren auf einem vollständig bedeckten Schreibtisch. Im weiteren Verlauf trat der Effekt seltener auf, weil die Füße offenbar leichter über die Unterlage glitten.
Die Handballenauflage ist bequem, bleibt aber nicht immer liegen
Eine magnetische Verbindung hält die mitgelieferte Handballenauflage an der Gehäusefront und erlaubt das schnelle Abnehmen ohne Clips. Ihre Memory-Foam-Polsterung fühlte sich weich und komfortabel an, was längere Schreibphasen angenehmer machte.
Mit 448 × 89 × 21 Millimetern deckt die Auflage die gesamte Tastaturbreite ab und wiegt 225 Gramm. Trotz dieses Gewichts verrutschte sie gelegentlich. Für Nutzer, die ihre Hände häufig seitlich versetzen oder die Tastatur verschieben, ist die Verbindung daher weniger stabil als der Komfort vermuten lässt.
MLX Pulse beim Schreiben und Spielen
Verbaut sind vorgeschmierte, lineare Corsair MLX Pulse Schalter mit 45 Gramm Betätigungskraft. Der gleichmäßige Weg ohne spürbare taktile Stufe ergab für mich ein gutes Tippgefühl und eine eher leise Geräuschkulisse. Mit 2,0 Millimetern Auslöseweg und 3,6 Millimetern Gesamtweg bleiben die Schalter kontrollierbar, reagieren beim Spielen aber dennoch direkt.
In Call of Duty wurden meine Eingaben zuverlässig umgesetzt. Gleichzeitig blieb das Verhalten beim Schreiben angenehm vorhersehbar, weshalb sich die Schalter gut für einen gemischten Arbeitsplatz eignen. Kompatible mechanische Drei-Pin- und Fünf-Pin-Schalter lassen sich per Hot-Swap austauschen. Diese Steckfassungen ermöglichen einen späteren Wechsel des Schaltertyps ohne Lötarbeiten und sind für Nutzer interessant, die Anschlag oder Lautstärke gezielt verändern möchten.
Direkte Eingaben und konfigurierbare Leistung für Shooter
Standardmäßig arbeitet die Galleon 100 SD im normalen und im Spielmodus mit 1.000 Hertz Abfragerate. Im Spielmodus lässt sich der Wert über den Web-Hub auf bis zu 8.000 Hertz erhöhen. Eine höhere Rate verkürzt die Abstände, in denen Eingaben an den Computer gemeldet werden, und richtet sich vor allem an ambitionierte Spieler mit schnellen Systemen und hochfrequenten Displays. Beim Ändern startet die Tastatur neu, was bei der Konfiguration eingeplant werden muss.
FlashTap verarbeitet gleichzeitig gedrückte, entgegengesetzte Richtungstasten anhand einer einstellbaren Prioritätsregel. Dadurch lässt sich beispielsweise festlegen, welche von zwei konkurrierenden Bewegungsrichtungen gelten soll. Für Shooter-Spieler ist das bei schnellen Richtungswechseln und Counter-Strafing praktisch, ohne dass die physisch betätigten Tasten verändert werden.
Vollständiges Tasten-Rollover mit Anti-Ghosting sorgt dafür, dass auch mehrere gleichzeitig gedrückte Tasten getrennt registriert werden. Gerade bei Kombinationen aus Bewegung, Sprinten, Ducken und weiteren Aktionen verhindert diese Verarbeitung verlorene Eingaben. Mein Eindruck in Call of Duty war entsprechend direkt und zuverlässig.
Das integrierte Stream Deck ist mehr als ein Blickfang
Zwölf LCD-Tasten und zwei drückbare Drehregler bilden das integrierte Stream Deck. Die LCD-Flächen zeigen Funktionen direkt auf der jeweiligen Taste an, während die Regler sowohl Drehbewegungen als auch einen Druckbefehl verarbeiten. Das spart das Auswendiglernen vieler Belegungen und hilft Spielern, Streamern sowie produktiven Nutzern beim schnellen Wechsel zwischen Befehlen.

Unter den Bedienelementen sitzt ein 5 Zoll großes IPS-Farbdisplay mit 720 × 1.080 Pixeln. Symbole, Statusinformationen und Bedienebenen erscheinen dadurch unmittelbar auf der Tastatur. Selbst die Bildschirmschoner-Funktion wirkte im Alltag eindrucksvoll und unterstreicht, dass die Anzeige nicht wie ein aufgesetztes Zusatzmodul erscheint.
Kurzbefehle und Numpad machen das Display praktisch nutzbar
Im Hardwarebetrieb stehen zwei vordefinierte Bedienprofile bereit. Über den linken Drehregler wechselt das Bedienfeld zwischen einem Kurzbefehlsmodus und dem Numpad. Diese Umschaltung erlaubt es, dieselbe Fläche je nach Aufgabe als Funktionszentrale oder klassischen Ziffernblock zu verwenden.
Der Kurzbefehlsmodus bündelt Mediensteuerung, Spielmodus, Mikrofonbedienung, sechs Themes, FlashTap, Abfragerate sowie die Helligkeit von Tastatur und Display. Hinzu kommen Tasten für das Stream Deck und den Profilwechsel. Häufig genutzte Einstellungen bleiben damit erreichbar, ohne Menüs am Bildschirm zu öffnen.
Im zweiten Profil erscheinen Ziffern und die üblichen Numpad-Funktionen. Diese Lösung war für mich besonders gut durchdacht, weil sie Zahleneingaben ermöglicht und trotzdem Platz für kontextabhängige Befehle schafft. Nutzer mit regelmäßigem Numpad-Bedarf müssen somit nicht auf die Zusatzfunktionen des Displays verzichten.
Gleichmäßige Tastenbeleuchtung mit Online-Konfiguration
Jede Haupttaste besitzt eine einzeln programmierbare RGB-Beleuchtung. Farben und Effekte lassen sich dadurch pro Taste festlegen, was Spielbelegungen oder Arbeitsbereiche optisch trennen kann. Die Anpassung der Tastaturfarben erfolgte über den browserbasierten Web-Hub.

Im praktischen Einsatz waren sämtliche Tasten vollständig und gleichmäßig ausgeleuchtet. Beschriftungen blieben dadurch auch bei dunkler Umgebung klar erkennbar. Dieser Punkt ist nicht nur dekorativ, sondern unterstützt Spieler und Vielschreiber bei wechselnden Lichtverhältnissen.
Zwei USB-Verbindungen und ein überzeugender Passthrough
Für den vollständigen Betrieb werden zwei USB-Kabel mit dem Computer verbunden. Getrennte Anschlüsse versorgen die Tastaturfunktion und den Upstream des Stream-Deck-Bereichs. Der zusätzliche Verkabelungsbedarf sollte bei kompakten Schreibtischen und knapp belegten USB-Ports berücksichtigt werden.
Ein separater USB-Passthrough führt einen Computeranschluss direkt zur USB-2.0-Typ-A-Buchse an der Tastatur weiter. Peripherie lässt sich dadurch in Griffweite anschließen, ohne unter den Tisch oder an die Rückseite des Rechners greifen zu müssen. Diese Durchleitung funktionierte bei mir zuverlässig und erwies sich im Alltag als überzeugend.
Breite Kompatibilität mit Einschränkungen an Konsolen
Die Galleon 100 SD unterstützt Windows, macOS, Xbox One, Xbox Series X und S sowie PlayStation 4 und 5. An Konsolen können einzelne Funktionen eingeschränkt sein. Den größten Funktionsumfang bietet das Konzept deshalb am Computer, wo Web-Hub und Stream-Deck-App für die jeweiligen Bereiche verfügbar sind.
Web Hub und Stream-Deck-App teilen sich die Konfiguration
Tastatureinstellungen werden über den Corsair Web Hub verwaltet, während die Stream Deck App das integrierte Bedienfeld anpasst. Diese Aufteilung trennt klassische Funktionen wie RGB und Abfragerate von den LCD-Tasten und Stream-Deck-Aktionen. Für umfangreiche Anpassungen müssen Nutzer daher zwischen Browser und App wechseln.
Eine Einbindung in iCUE war während meiner Nutzung nicht vorhanden. Der Web-Hub erledigte die Tastaturkonfiguration stattdessen im Browser, während die Stream-Deck-App individuelle Befehle und Anzeigen für das Bedienfeld bereitstellte. Bis zu fünf Profile passen in den 8 Megabyte großen internen Speicher, sodass mehrere Konfigurationen direkt auf der Tastatur verfügbar bleiben.
Wer vor dem Kauf noch zwischen Bauformen und Bedienkonzepten abwägt, findet im Kaufberater für Gaming-Tastaturen eine ergänzende Einordnung zu Ergonomie und Formaten.
Nach einem schwierigen Start lief die Software zuverlässig
Zu Beginn traten Hänger, unerwünschte Änderungen der Abfragerate und fehlgeschlagene Softwareupdates auf. Ein Reset über die Escape-Taste und erneutes Anschließen sowie ein weiterer Start im Firmware-Wiederherstellungsmodus mit B und L waren nötig. Solche Eingriffe unterbrechen die Nutzung deutlich und setzen voraus, dass die passenden Tastenkombinationen bekannt sind.
Nach diesen beiden Wiederherstellungsmaßnahmen arbeitete die Galleon 100 SD zuverlässig. Die anfänglichen Probleme prägten damit vor allem die Einrichtung, nicht den späteren Alltag. Trotzdem bleibt die Software der schwächere Teil eines ansonsten technisch schlüssigen Konzepts.





Die Stärken des Corsair Galleon 100 SD
- Innovatives Bedienkonzept: Zwölf LCD-Tasten, zwei drückbare Regler und das umschaltbare Numpad verbinden mehrere Eingabegeräte in einem Gehäuse.
- Hochwertiger Aufbau: Aluminiumoberplatte, Gasket-Lagerung, sechs Dämpfungslagen und 1.392 Gramm Gewicht erzeugen einen stabilen Gesamteindruck.
- Gutes Eingabeverhalten: Die linearen MLX Pulse tippen sich angenehm und eher leise, während sie in Call of Duty direkt und zuverlässig reagierten.
- Überzeugende Darstellung: Vollständig ausgeleuchtete Haupttasten und das hochauflösende 5-Zoll-Display bleiben im Alltag klar ablesbar.
- Nützliche Anschlüsse: Der USB-Passthrough funktionierte zuverlässig und bringt eine Typ-A-Buchse direkt an den Arbeitsplatz.
Fazit zur Corsair Galleon 100 SD
Die Corsair Galleon 100 SD eignet sich besonders für Spieler, Streamer und Vielschreiber, die Numpad, Kurzbefehle und Statusanzeigen ohne separates Zusatzgerät nutzen möchten. MLX Pulse Schalter, hochwertige Gehäusekonstruktion und gleichmäßige Beleuchtung ergeben eine überzeugende Grundlage für Schreiben und Shooter.
Grenzen zeigen sich beim Bedarf an zwei USB-Verbindungen, bei der gelegentlich verrutschenden Handballenauflage und bei den auf einer XXL-Unterlage einklappenden Standfüßen. Hinzu kam eine anfangs fehleranfällige Konfiguration, die nach den Wiederherstellungsmaßnahmen zuverlässig lief.
Entscheidender Kaufgrund ist das integrierte Stream Deck: Zwölf beschriftete LCD-Tasten, zwei Regler und ein umschaltbares Numpad machen aus einer hochwertigen mechanischen Tastatur eine vielseitige Bedienoberfläche für Spiel und Alltag.
Verwendete Recherche-Quellen für den Faktenabgleich
corsair.com, help.elgato.com, youtube.com, jdhodges.com, ces.tech, prosettings.net, wired.com, reddit.com, ign.com, faz.net, testsieger.de













































































































































































