
Das 1,9-Zoll-IPS-Display fällt sofort auf, erwies sich im Alltag aber als wenig nützlich. Seine Darstellung blieb aus verschiedenen Blickwinkeln gleich gut ablesbar, doch die Position hinter dem Nummernblock zwang mich zum Vorbeugen über die Tastatur. Komfortabel abrufen ließen sich die angezeigten Inhalte dadurch nicht.
Über zwölf Wochen nutzte ich die regulär gekaufte Corsair Vanguard 96 Wireless mit der aktuellen iCUE-Version für Call of Duty, World of Warcraft, League of Legends und Schreibarbeiten. Acht weitere Tastaturen kamen im selben Zeitraum im Wechsel zum Einsatz, darunter die Razer BlackWidow V4 Pro und die Corsair Galleon 100 SD.
Gegenüber der Razer BlackWidow V4 Pro wirkte die Vanguard deutlich leiser und kompakter. Die Corsair Galleon 100 SD macht ihr integriertes Display dagegen aus normaler Sitzhaltung leichter nutzbar. Dafür bietet die Vanguard den flexiblen kabellosen Betrieb.
| Testzeitraum | 12 Wochen |
| Testgerät | Redaktionell gekauft |
| Getestet von | Linus von 1aus3.net |
| Nutzung | COD, Schreiben, WOW, League of Legends |
| Vergleich | acht weitere Tastaturen, darunter Razer BlackWidow V4 Pro und Corsair Galleon 100 SD |
| Softwarestand | iCUE aktuelle Version |



Alltag zwischen Spielen und Schreiben
Schnelle Eingaben in Call of Duty und League of Legends gehörten ebenso zur Nutzung wie längere Sitzungen in World of Warcraft. Bei Schreibarbeiten musste sich die Tastatur außerdem abseits des Spielbetriebs bewähren. Dieser Wechsel rückte Tippgeräusch, Verbindungsstabilität und Bedienkomfort stärker in den Vordergrund als einzelne technische Spitzenwerte.
Verglichen mit den parallel genutzten Modellen wirkten die Razer-Tastaturen eher laut und klickend, während die Logitech-Modelle leiser auftraten. Vanguard 96 Wireless ordnete sich mit ihrem gedämpften Klang als unaufdringliche Lösung für gemischte Spiel- und Schreibplätze ein.
Corsair Vanguard 96 Wireless gegen be quiet! Dark Mount im Direktvergleich
Design trennt beide am stärksten: 8,9 für be quiet! Dark Mount, 8,5 für Corsair Vanguard 96 Wireless.
Alle Daten: be quiet! Dark Mount
Das Display ist im Alltag kaum ein Gewinn
Verbaut ist ein 1,9 Zoll großes IPS-Panel mit 320 mal 170 Pixeln. Verschiedene Blickwinkel veränderten die Ablesbarkeit der Darstellung nicht, sodass das Panel selbst ordentlich funktioniert.

Entscheidend bleibt jedoch seine Position. Vom normalen Sitzplatz verdeckt der Nummernblock die Anzeige so stark, dass ich mich direkt über die Tastatur beugen musste. Auch nach dem Ausprobieren der gängigen Inhalte entstand deshalb kein komfortabler Nutzen für den laufenden Spiel- oder Arbeitsbetrieb.
Gedämpfte Eingaben beim Schreiben und Spielen
Vorgeschmierte mechanische Corsair MLX Plasma-Schalter erzeugten beim Schreiben und Spielen ein gedämpftes, nicht besonders lautes Geräusch. Selbst längere Sitzungen empfand ich akustisch nicht als störend. Das passt zu Arbeitsplätzen, an denen eine mechanische Gaming-Tastatur nicht permanent durch lautes Klicken auffallen soll.

Kompatible mechanische Drei-Pin- und Fünf-Pin-Schalter lassen sich ohne Löten austauschen. Dabei werden die vorhandenen Schalter aus ihren Sockeln gezogen und passende Modelle eingesetzt. Enthusiasten können das Tippgefühl dadurch anpassen, während sich ein defekter Schalter gezielt ersetzen lässt.
Zusatztasten verlangen zunächst Gewöhnung
Sechs programmierbare G-Tasten erweitern die Bedienung um frei belegbare Funktionen oder Makros. Solche separaten Befehle helfen besonders in Spielen und Anwendungen mit wiederkehrenden Tastenkombinationen. Beim Verschieben der Tastatur löste ich die seitlichen Zusatztasten anfangs einige Male versehentlich aus, nach der Eingewöhnung kam das nicht mehr vor.

Ein Multifunktionsdrehregler bündelt zusätzliche Bedienmöglichkeiten an einem direkt erreichbaren Bedienelement. Das 96-Prozent-Layout umfasst Nummernblock, Pfeiltasten und Funktionstasten auf einer 388 Millimeter breiten Tastatur. Welche Layoutgröße besser passt, hängt von den benötigten Tasten und dem verfügbaren Platz ab, wie auch der Kaufberater für Gaming-Tastaturen einordnet.
Funk und Bluetooth überzeugen in der Nutzung
Slipstream-Funk über 2,4 GHz und Bluetooth arbeiteten während meiner Nutzung zuverlässig und performant. Slipstream stellt die direkte Funkverbindung über den Empfänger her und eignet sich damit für den Spiele-PC. Bluetooth erleichtert den Wechsel zu kompatiblen Geräten, wenn kein Empfänger eingesetzt werden soll.

Zusätzlich ist der Betrieb per USB-Kabel möglich. Diese drei Anschlussarten machen die Tastatur für Nutzer interessant, die zwischen einem Gaming-PC und weiteren Geräten wechseln oder während des Ladens kabelgebunden weiterspielen möchten.
Drei Arbeitstage mit voller Beleuchtung
Bei Beleuchtung mit voller Helligkeit hielt der Akku im 2,4‑GHz‑Funkbetrieb bei 1000 Hz drei Arbeitstage. Pro Tag kamen etwa acht bis neun Stunden regelmäßiger Nutzung zusammen, was in diesem Szenario rund 24 bis 27 Betriebsstunden entspricht.

Mit ausgeschalteter RGB-Beleuchtung sind bis zu 125 Stunden über 2,4 GHz und bis zu 132 Stunden über Bluetooth vorgesehen. Beleuchtungsstärke und Verbindungsart beeinflussen die mögliche Laufzeit daher deutlich. Wer sämtliche Tasten dauerhaft voll ausleuchtet, muss wesentlich häufiger laden als bei deaktivierter Beleuchtung.
Hochwertige Verarbeitung trifft auf spürbares Gewicht
Verarbeitung und Materialanmutung hinterließen über zwölf Wochen einen hochwertigen Eindruck. Eine obere Aluminiumplatte trifft auf eine Kunststoffunterseite, während PORON und Silikon im Inneren den Schall dämpfen. Diese Konstruktion passt zum gedämpften Geräusch, das ich beim Tippen und Spielen wahrnahm.
Mit 388 mal 141 mal 43 Millimetern und 1,167 Kilogramm bringt die Vanguard 96 Wireless spürbares Gewicht auf den Tisch. Beim normalen Einsatz lag sie stabil, während das Umstellen mehr Kraft als bei einer leichten Tastatur verlangt.
Die Handballenauflage hält beim Tippen, verrutscht aber beim Umstellen
Magnete befestigen die abnehmbare Handballenauflage an der Tastatur. Dadurch lässt sie sich ohne Werkzeug ansetzen oder entfernen, was Nutzern die Wahl zwischen direkter Tischauflage und zusätzlicher Auflagefläche lässt.

Beim normalen Schreiben und Spielen blieb sie auf einem PVC-Bürotisch und später auf einem XXL-Mauspad ausreichend fest. Nur beim Positionieren der Tastatur verrutschte die Auflage regelmäßig. Nach dem Ausrichten störte mich das im weiteren Betrieb nicht.
Beleuchtung und iCUE funktionieren überzeugend
Die RGB-Beleuchtung stellte sämtliche Zeichen gut sichtbar dar. Jede Taste lässt sich einzeln programmieren, indem ihre LED separat mit einer Farbe oder einem Effekt belegt wird. Das hilft Spielern, wichtige Eingabebereiche hervorzuheben, und verbessert bei wenig Umgebungslicht die Orientierung.

Mit der aktuellen iCUE-Version funktionierte die Anbindung zuverlässig. Makros, Tastenbelegungen und Beleuchtung können außerdem über den Corsair Web Hub konfiguriert werden, während Elgato Stream Deck ebenfalls unterstützt wird. Damit stehen sowohl eine umfangreiche Softwarelösung als auch weitere Wege für individuelle Befehle bereit.

Bis zu fünf Profile finden im acht Megabyte großen internen Speicher Platz. Belegungen und Beleuchtungseinstellungen lassen sich dadurch in der Tastatur hinterlegen, was besonders beim Wechsel zwischen Spielen oder Nutzungsszenarien praktisch ist.
Stärken und Schwächen im Überblick
Stärken: Verarbeitung, Verbindungen, Beleuchtung und gedämpftes Geräusch
- Hochwertiger Verarbeitungseindruck durch eine solide Konstruktion mit oberer Aluminiumplatte.
- Zuverlässige und performante Verbindungen über 2,4-GHz-Funk und Bluetooth.
- Gut sichtbare Zeichen bei voller RGB-Beleuchtung.
- Funktionierende Einbindung in die aktuelle iCUE-Version.
- Gedämpftes und in längeren Sitzungen nicht störendes Tastengeräusch.
Schwächen: Schlecht platziertes Display und kleine Hürden beim Umstellen
- Das Display ist vom normalen Sitzplatz durch den Nummernblock schlecht einsehbar.
- Seitliche G-Tasten wurden beim Verschieben anfangs versehentlich ausgelöst.
- Die magnetische Handballenauflage verrutscht beim Positionieren der Tastatur.
- Bei voller Beleuchtung waren nach drei Arbeitstagen im Funkbetrieb rund 24 bis 27 Betriebsstunden erreicht.
Fazit: Für vielseitige Funknutzer mit wenig Interesse am Display
Corsair Vanguard 96 Wireless eignet sich für Menschen, die regelmäßig zwischen Spielen und Schreiben wechseln und dafür zuverlässigen Funk, Bluetooth sowie ein gedämpftes Tastengeräusch suchen. Hochwertige Verarbeitung, gut erkennbare Beleuchtung und die funktionierende iCUE-Anbindung tragen zum positiven Gesamteindruck.
Größte Grenze bleibt das integrierte Display, weil seine Position hinter dem Nummernblock den Blick aus normaler Sitzhaltung erschwert. Kleinere Hürden beim Umstellen verlieren nach dem Positionieren oder nach kurzer Eingewöhnung an Bedeutung. Entscheidender Kaufgrund ist die Verbindung aus zuverlässigem kabellosem Betrieb, vielseitiger Konfiguration und angenehm gedämpfter Eingabe.
Häufige Fragen
Die Abfragerate lässt sich auf bis zu 8.000 Hz erhöhen. Ab Werk sind sowohl im normalen Betrieb als auch im Spielmodus 1.000 Hz eingestellt.
Ja. Mit FlashTap SOCD lässt sich konfigurieren, wie die Tastatur gleichzeitig eingegebene, entgegengesetzte Richtungen behandelt.
Zum Vergleich dienten Razer BlackWidow V4 Pro, Razer Huntsman V3 Pro, Corsair Galleon 100 SD, Corsair K100 RGB, SteelSeries Apex Pro, ASUS ROG Strix Scope II 96 Wireless, Logitech G PRO X TKL RAPID Tenkeyless und Logitech G G512 X 98 DUAL SWAP.
Verwendete Recherche-Quellen für den Faktenabgleich
notice-facile.com, alternate.de, corsair.com, amazon.com, youtube.com, hardwareluxx.de, rtings.com, reddit.com, uk.pcmag.com, mkbguide.com, gamesradar.com, digitalchumps.com, techpowerup.com, nytimes.com















































































































































































