
SD-Speicherkarten unterscheiden sich nach Kapazitätsstandard, Bauform, Geschwindigkeitsklasse und Busschnittstelle. Dieser Ratgeber erklärt die Angaben auf der Karte anhand der Normen der SD Association und nennt aktuelle Beispiele von SanDisk und Lexar.[1][2]
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Alles über SD-Speicherkarten
Welche SD-Kartentypen gibt es?
Die SD Association unterscheidet vier Kapazitätsstandards mit jeweils eigenem Dateisystem:[1]
- SD (SDSC): bis 2 GB, Dateisystem FAT12 oder FAT16; heute nur noch in älteren Geräten.
- SDHC: mehr als 2 GB bis 32 GB, Dateisystem FAT32.
- SDXC: mehr als 32 GB bis 2 TB, Dateisystem exFAT; der verbreitete Standard in Kameras und Smartphones.
- SDUC: mehr als 2 TB bis 128 TB, ebenfalls exFAT; das Gerät muss diesen Standard unterstützen.

Die verschiedenen SD-Kartenformate
Neben dem Kapazitätsstandard unterscheiden sich SD-Karten in der Bauform. Welche passt, legt der Kartenschacht des Geräts fest:
- SD: 32 x 24 x 2,1 mm, das Format vieler Kameras und Kartenleser.[3]
- miniSD: ein Zwischenformat für ältere Mobiltelefone, das inzwischen durch microSD ersetzt ist.
- microSD: 15 x 11 x 1,0 mm, das Format für Smartphones, Actioncams, Drohnen und Handhelds. Per Adapter passt eine microSD-Karte auch in einen SD-Schacht.[3]

Was ist die Übertragungsgeschwindigkeit einer SD-Speicherkarte?
Zwei Angaben beschreiben die Geschwindigkeit: Die Speed-Klasse garantiert eine Mindestschreibrate, wichtig für gleichmäßige Videoaufnahmen. Die aufgedruckte Höchstgeschwindigkeit nennt dagegen den Spitzenwert beim Lesen oder Schreiben.[4] Wie schnell eine Karte tatsächlich arbeitet, begrenzt zusätzlich die Busschnittstelle von Karte und Gerät, von UHS-I mit bis zu 104 MB/s bis SD Express mit bis zu 3.940 MB/s.[2]

Welche Geschwindigkeitsklassen gibt es?
Die ursprünglichen Speed-Klassen garantieren eine Mindestrate beim fortlaufenden Schreiben:[4]
- Class 2: 2 MB/s
- Class 4: 4 MB/s
- Class 6: 6 MB/s
- Class 10: 10 MB/s
Class 2 bis Class 6 stammen aus der Anfangszeit von SD und genügen für Fotos und Videos in niedriger Auflösung.
Class 10 mit 10 MB/s ist die übliche Mindestangabe für Full-HD-Video. Für 4K sind die UHS- und Video-Klassen maßgeblich.[4]

Was sind die UHS-Speed-Klassen?
Die UHS-Speed-Klassen gelten für Karten mit UHS-Bus und garantieren höhere Mindestschreibraten:[4]
- U1 (UHS Geschwindigkeitsklasse 1): Mindestschreibgeschwindigkeit von 10 MB/s
- U3 (UHS Geschwindigkeitsklasse 3): Mindestschreibgeschwindigkeit von 30 MB/s
Davon getrennt ist die Busschnittstelle, die den höchsten Datendurchsatz zwischen Karte und Gerät festlegt:[2]
- UHS-I: bis 104 MB/s mit einer Kontaktreihe
- UHS-II: bis 312 MB/s mit einer zweiten Kontaktreihe
- UHS-III: bis 624 MB/s
- SD Express: 985 MB/s mit PCIe 3.0 und einer Lane bis 3.940 MB/s mit PCIe 4.0 und zwei Lanes
Speed-Klasse und Bus sind zwei getrennte Angaben: Auch UHS-II-Karten tragen U3 oder eine Video-Klasse. In einem Gerät mit UHS-I arbeiten sie nur mit UHS-I-Geschwindigkeit, wie Lexar für die Professional 2000x angibt.[8]
UHS-II, UHS-III und SD Express nutzen eine zweite Kontaktreihe für die schnellere Übertragung.[2] Einige UHS-I-Karten überschreiten die 104 MB/s mit herstellereigener Technik: Die SanDisk Extreme PRO liest in passenden Lesegeräten mit bis zu 200 MB/s.[5]

Was ist die Video-Speed-Klasse?
Die Video-Speed-Klassen garantieren eine gleichbleibende Mindestschreibrate für Videoaufnahmen: V6 mit 6 MB/s, V10 mit 10 MB/s, V30 mit 30 MB/s, V60 mit 60 MB/s und V90 mit 90 MB/s.[4] V60 und V90 sieht die SD Association für Geräte mit UHS-II oder UHS-III vor.[3]
Für 4K genügt bei vielen Kameras V30, hohe Bitraten und 8K verlangen V60 oder V90; maßgeblich ist die Angabe im Handbuch des Geräts. Für SD Express definiert die SD Association zusätzlich die Klassen E150 bis E600 für mehrere 4K- und 8K-Datenströme.[3]

Welche Geschwindigkeit ist für welches Vorhaben geeignet?
Als Orientierung für typische Anwendungen:
- Fotos und Full-HD-Video: Class 10 oder U1 genügen für die meisten Kameras und Smartphones.
- Apps auf Smartphones und Handhelds: Die Application Performance Class A2 steht für schnelle zufällige Zugriffe, bei der SanDisk Extreme PRO microSD mit 4.000 Lese- und 2.000 Schreib-IOPS.[6]
- 4K und 8K: U3 oder V30 für 4K, V60 oder V90 mit UHS-II für hohe Bitraten und 8K.[4][3]

Was ist bei einer SD-Speicherkarte besonders wichtig?
Zu den wichtigsten Aspekten beim Kauf einer SD-Karte zählen:
- Kapazität: Für 4K-Video und Serienbilder sind 128 GB oder mehr sinnvoll. Ein 4K-Video mit 100 Mbit/s belegt rund 45 GB pro Stunde.
- Geschwindigkeit: Für Videos zählt die garantierte Klasse, für das Kopieren großer Datenmengen die höchste Lesegeschwindigkeit.
- Kompatibilität: SDXC, SDUC, UHS-II und SD Express setzen passende Geräte voraus. Die Nintendo Switch 2 nutzt für Spiele und Speicherdaten ausschließlich microSD-Express-Karten mit bis zu 2 TB.[11]
- Zuverlässigkeit: Für Geräte, die ständig schreiben, etwa Dashcams, gibt es Endurance-Karten, deren Haltbarkeit der Hersteller in Aufnahmestunden angibt.[10]

Welche SD-Karte bietet die größte Kapazität?
Was ist derzeit die schnellste SD-Speicherkarte?
Die höchsten Geschwindigkeiten erreichen Karten mit SD Express, die intern über PCIe arbeiten. Die SanDisk microSD Express für die Nintendo Switch 2 liest mit bis zu 880 MB/s und schreibt mit bis zu 650 MB/s.[7] Bei klassischen UHS-II-Karten erreicht etwa die Lexar Professional 2000x bis zu 300 MB/s beim Lesen und 260 MB/s beim Schreiben und erfüllt V90.[8]

Wie lange hält eine SD-Karte?
Die Haltbarkeit hängt vor allem davon ab, wie viel auf eine Karte geschrieben wird. Für den Dauerbetrieb in Dashcams und Überwachungskameras nennt SanDisk bei der MAX ENDURANCE bis zu 120.000 Stunden Full-HD-Aufnahme mit 256 GB und 15.000 Stunden mit 32 GB.[10] Weil jede Karte ausfallen kann, gehören wichtige Fotos und Videos zusätzlich auf einen zweiten Datenträger.
FAQ zu SD-Karten
Die SD Association unterscheidet SD bis 2 GB, SDHC bis 32 GB, SDXC bis 2 TB und SDUC bis 128 TB. Die Standards unterscheiden sich in Kapazität und Dateisystem, die Geschwindigkeit beschreiben Klasse und Bus.
Die Busschnittstelle setzt die Grenze: UHS-I bis 104 MB/s, UHS-II bis 312 MB/s, UHS-III bis 624 MB/s und SD Express bis 3.940 MB/s. Die SanDisk microSD Express liest mit bis zu 880 MB/s.
Es gibt die Speed-Klassen 2, 4, 6 und 10, die UHS-Klassen U1 und U3, die Video-Klassen V6 bis V90 und für SD Express E150 bis E600. Alle garantieren eine Mindestschreibrate, V30 etwa 30 MB/s.
Die UHS-Speed-Klassen garantieren eine Mindestschreibrate von 10 MB/s bei U1 und 30 MB/s bei U3. Der Bus ist eine eigene Angabe, U3-Karten gibt es mit UHS-I und mit UHS-II.
Zuerst zählen Bauform und die vom Gerät unterstützten Standards, danach die im Handbuch geforderte Klasse, etwa V30 für 4K. Die Kapazität richtet sich nach Videobitrate und Aufnahmedauer.
Quellen
- SD Association: Kapazitätsstandards SD, SDHC, SDXC und SDUC (englisch)
- SD Association: Busgeschwindigkeiten von Default Speed bis SD Express (englisch)
- SD Association: Speed Class Standards for Video Recording (englisch)
- SanDisk Support: Speed Class, UHS Speed Class, Video Speed Class und Speed Rating (englisch)
- SanDisk: Extreme PRO SD UHS-I, technische Daten (englisch)
- SanDisk: Extreme PRO microSD UHS-I, technische Daten (englisch)
- SanDisk: microSD Express Card für Nintendo Switch 2 (englisch)
- Lexar: Professional 2000x SDXC UHS-II GOLD Series (englisch)
- Western Digital: Pressemitteilung zur NAB 2024 mit 4-TB-SDUC-Karte (englisch)
- SanDisk: Datenblatt MAX ENDURANCE microSD (englisch)
- Nintendo Support: Kompatibilität von microSD Cards und microSD Express Cards mit Nintendo Switch 2






















































































































































































